Willkommen und Dank

Herbst-

29.10 2020

Ich versuche positiv und mit viel Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Ich möchte an meinen Träumen und Aufgaben festhalten und im stillen von meinen Atelierwänden aus weiterarbeiten: kreiiren, schreiben, tanzen, proben, singen, Figuren zum Leben erwecken und auch mein erspartes komplett aufbrauchen- ich freue mich schon heute wenn ich meine Arbeit auf der Bühne und in allen Alters und Pflegeheimen wieder aufnehmen darf. Wohl irgendwann im Frühling.. Wir brauchen alle Geduld. darin übe ich mich...

und zu lernen habe ich: dass meine Arbeit nicht nur auf der Bühne, oder bei einem Humorbesuch wert hat- sondern die ganze Vorarbeit im stillen genauso wichtig ist.

Bild: Sophie Guyer/ Mirco Rederlechner

 

 

ein Beitrag von Alzheimer.ch über mein schaffen und wirken:

Die Clownin Lisa Bögli besucht alte Menschen und Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen. Gemeinsam mit ihrer Clown-Kollegin lädt sie Angehörige und Betroffene, die noch zuhause leben, regelmässig zum Humordessert ein. Dort sind die beiden für die Menschen da und servieren Kaffee und selbst gemachten Kuchen in einem gemütlichen Ambiente.

Von Marcus May

Jeder, der irgendwo in der Gegend um und in Zürich mit Menschen mit Demenz zu tun hat, kennt die 28-Jährige Lisa Bögli mittlerweile. Meist nur mit einer roten Nase und zerzaustem Haar ausgerüstet, geht sie auf die Menschen zu und bringt sie mit Puppen oder Marionetten zum Lachen – manchmal auch zum Weinen.

Oft genügt ein sanfter Blick, eine zögerliche Berührung oder eine alte Volksweise, die sie mit tragender Stimme vorträgt, um zu den Menschen vorzudringen. Zum Staunen bringt sie Jung und Alt, wenn sie mit viel Geschick gigantische Seifenblasen in den Himmel entlässt. Sie bringt die filigranen Monster zum Tanzen – und sie selbst mittendrin.

Der Bewegungsschauspielerin, ausgebildet am Zürcher Comart Physical Theater, fällt es nicht schwer, das über Jahre Gelernte über Bord zu werfen, wenn sie Menschen mit Demenz begegnet. Oder sie setzt ihr Können so dezent ein, dass man es kaum wahrnimmt. 

Es gehe ihr nicht darum, bei diesen Begegnungen und Besuchen ihr ganzes Repertoire auszupacken, sagt die talentierte junge Frau.

«Ich hätte noch so viel Luft nach oben, doch ich muss mein Können in diesen Begegnungen nicht ausschöpfen, es ist einfach nicht nötig.»

«Ich muss einfach loslassen, es geht hier nicht um mich.»

 

Es sei auch nicht wichtig, hunderte Lieder auswendig zu können, denn oft werde nur das eine Lied gewünscht, dieses dafür gleich dreimal hintereinander. Sie versucht den Bedürfnissen gerecht zu werden, die gerade entstehen. Ihr eigener Wunsch nach expressivem Ausdruck müsse in diesen Momenten hintan stehen. 

Dieses Bedürfnis darf die bald dreifache Mutter dann ausleben, wenn sie an Hochzeiten oder Galaveranstaltungen mit Seifenblasen tanzt oder mit dem Ensemble Herz-Feuer aufregende Feuershows inszeniert. Dort darf sie die Bühne geniessen und erntet den wohlverdienten Applaus.